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NLA 2015: Der TC Froburg ist Schweizer Meister

INTERCLUB 2015



So verliefen die Finalspiele in Winterthur – vom Sa / So 16.08. und 17.08.2015 bis zum Schweizermeister Titel. Zweimal drehte der TC Froburg einen 2:4 Rückstand nach den Einzeln in einen überraschenden 5:4 Gesamtsieg!  Zuerst im Halbfinale gegen Zürich, danach gleich nochmals im Finale gegen Genf…


 

17.08.2015

Schweizer Meister! Der TC Froburg schreibt Geschichte

 

Die Nationalliga A hat einen neuen Champion. Der völlige Aussenseiter aus Trimbach holt sich am Finalsonntag gegen Genève Eaux‐Vives im letzten Spiel der Saison überraschend die Trophäe.  Der Schweizermeistertitel in der höchsten Spielklasse des eidgenössischen Tennis. Eine Sensation.

Superintensiv, hochemotional, der Wahnsinn. Für diese unmögliche Geschichte lassen sich allenfalls Superlative finden, wenn überhaupt irgendein Wort auszudrücken vermag, was hier geschehen ist. Natürlich wusste der TC Froburg klasse Spieler in den eigenen Reihen – Yann Marti, Robin Roshardt, Michal Przysniesni und viele mehr…. Aber Zürich war Zürich und Genf war Genf. Das waren Traditionsmannschaften, langjährige Teilnehmer der Nationalliga A, titelerfahren. Und doch ist es der kleine Verein aus Trimbach, der die Trophäe 2015 in die Höhe stemmt. Es ist der Höhepunkt in der Geschichte des Clubs.

Dem Namen nach war der TC Froburg nur eine kleine Nummer. Als es ins Halbfinale ging, schien es ausgemachte Sache, dass der GC Zürich und Genf in die Finalrunde der NLA einziehen würden, um den Titel unter sich auszumachen. Die Ergebnisse nach den Einzelpartien bestätigten diese Vorhersage nur. Im Halbfinale am Samstag 2:4 gegen Zürich in Rückstand. Und im Finale das gleiche Spiel, 2:4 nach den Einzeln. Alles sprach für die haushohen Favoriten. Beide Male griffen die Trimbacher noch einmal hochmotiviert an, angetrieben von ihrem Coach Bartolomé Szklarecki. Und beide Male drehten sie den Trend, entschieden jeweils alle drei Doppel für sich, eine unfassbare 6:0-Bilanz in der Finalrunde.

Dabei wurden den Genfern sogar zwei vernichtende Niederlagen zugefügt. Michal Przysiezny und David Novak schlugen Henri Laaksonen und Antoine Bellier zügig 6:2, 6:1. Martin Vacek und Juniorenspieler Nico Borter, der während der Wettkampftage der Nationalliga A ohnehin einen ordentlichen Schub bekommen hatte, liessen Stéphane Robert und Antoine Baroz keine Chance, 6:3, 6:1. Jetzt kam es auf das Duo Yann Marti/ Robin Roshardt an. Marti war der Wackelkandidat mit schwankender Form in den Endspielen.

Der erste Satz gegen Vincent Millot und Alexander Sadecky wurde so eng wie erwartet. Marti machte Fehler, Roshardt, der immer wieder positiv auf seinen Partner einwirkte, war die Konstante. Er hatte schon in seinem Einzel eine hochkonzentriert geführte, konsequente Partie zum Sieg geführt. Genau im richtigen Moment holten die beiden Trimbacher das Break und gewannen den ersten Durchgang mit 7:5. Als Marti Anfang des zweiten Satzes wieder einmal wackelte, schien es noch ein langes Match werden zu können. Dann schlug er ein Ass. Danach war der innere Bremsklotz weg.

INTERCLUB 2015

In der Folge gelang Marti plötzlich alles. Jetzt stand im Froburger Dress ein Traumduo auf dem Platz, das die Genfer zermürbte. Der Trimbacher Anhang feuerte das eigene Team vehement an und die Gegenwehr auf der anderen Seite des Netzes liess nach. Nach einem weiteren Break im zweiten Satz wirkte Genf konsterniert. Die Pause beim Seitenwechsel nutzte deren Trainer nicht, er sprach kein Wort mit seinen Schützlingen. Die Mannschaft von Eaux-Vives wusste nicht, wie ihr geschah.
Die Froburger dagegen zeigten, was das ganze Team schon im gesamten Wettbewerb bewiesen hatte: Kämpferherz. Wenn es eng wurde, kamen Szklareckis Spieler stets zurück und setzten neue Kräfte frei. Marti/ Roshardt beendeten ihr Match fulminant mit 6:2 im zweiten Satz. Spiel, Satz, Sieg und Titel, Trimbach. Der TC Froburg lässt das Märchen vom Underdog, der die Grossen schlägt, wahr werden. Und dass gerade die Doppel jeweils den Ausschlag gaben, beweist: Das war eine echte Teamleistung.


 

16.08.2015

Finaleeinzug nach emotionaler Achterbahnfahrt

 

Der TC Froburg gewinnt sein Halbfinale gegen Grasshoppers Zürich am Samstag des Finalwochenendes von Swiss-Tennis in Winterthur. Die Entscheidung war knapp. Sie fiel im letzten Doppel, nach einem abgewehrten Matchball. Nach den Einzelnen führte GC noch mit 4:2 und schaute wie der sichere Sieger aus. Doch es kam anders…

Der Trainer hat sein Meisterwerk abgeliefert. An einem Matchtag der NLA, an dem nichts lief wie erwartet, bewahrte Bartolomé Szklarecki einen klaren Kopf und führte den TC Froburg zum Überraschungssieg gegen den GC Zürich.

Junior Nico Borter musste Oliver Mrose eine Niederlage einstecken. Das entsprach noch dem Normalverlauf. Was dann folgte, war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Yann Marti hatte für sein Spiel eigentlich ideale Bedingungen vorgefunden: Match im Freien, Sandplatz, regendurchweichter, langsamer Belag. Doch schnell lag er gegen Adrien Bossel mit 0:4 hinten. Zurückgelegen hatte er schon öfters. Kein Problem. Aber dann gab er auf. Entzündung am Ellbogen, gab er an. Das habe er schon einmal gehabt und danach zwei Monate pausieren müssen. Er wolle kein Risiko eingehen. Vorzeitiges Aus in einem Schlüsselmatch, das der TC Froburg für sich hätte verbuchen müssen, so die Rechnung. Trübes Wetter und tröpfelnder Regen passten zur Stimmung im Trimbacher Anhang: Das wars. Früh waren alle Hoffnungen dahin.

Diese Stimmung schien unmittelbar abzufärben auf die anderen parallel laufenden Partien: Abrupter Spannungsabfall bei Martin Vacek und David Novak, die beide eben noch nach Satzgewinn auf der Siegerstrasse unterwegs gewesen waren. Vacek lag im zweiten Durchgang zügig 1:4 hinten, Novak gab den zweiten Satz mit 1:6 ab. Absolute Tristesse. Der Regen wurde jetzt so stark, dass alle Spieler in die Kabinen geschickt wurden.
Es war eine erzwungene Pause, die den Trimbachern richtig gut tat. Was danach folgte, war unglaublich stark und jeder Zuschauer sah, welche Parole Trainer Bartolomé Szklarecki ausgegeben hatte: Fighten!

Robin Roshardt

Martin Vacek

Robin Roshardt, der ebenfalls sein Match begonnen hatte, spielte hochkonzentriert und brachte eine unglaubliche Energieleistung auf den Platz. Martin Vacek bespielte die Winkel des Feldes aggressiv und mit der Präzision einer Ballmaschine. Roshardt steuerte einen völlig unerwarteten Punkt bei gegen den viel besser klassierten N1-Spieler Martin Fischer und Vacek nahm dieses Mal die Punkte mit, die er beim letzten Aufeinandertreffen mit Michael Lammer in der Gruppenphase noch liegenlassen hatte. Verkehrte Welt. Der TC Froburg war wieder im Rennen.

Unmittelbar gegenüber steuerten David Novak und Adrian Bodmer in den Tie Break im dritten Satz. Die Trimbacher Fangemeinde gab jetzt wieder lautstrak den Ton an, wie schon in den Wochen zuvor. Novak schein zu viel zu wollen und versiebte zwei Bälle zu viel ins Aus. Bodmer war der glückliche Matchgewinner. Das war ein Rückschlag und tat weh. Denn mit diesem und dem erwarteten Sieg der Nummer eins, Michal Przysiezny, hätte es nach den Einzeln 4:2 für Froburg stehen können. Und das trotz Yann Martis Ausscheiden. Dennoch war auch so immerhin noch ein achtbares 3:3 drin. Im Doppel würde man sich aber wohl knapp geschlagen geben müssen.
Unter normalen Umständen wäre es so gekommen, aber was war an diesem Tag schon normal. Es lief garantiert immer so, wie es niemand erwartete. Przysiezny, klarer Favorit, fand zu keiner Zeit zu seinem Spiel, machte Fehler, die man von ihm bis hierhin noch nicht gesehen hatte und wirkte überhaupt seltsam lethargisch. Der Sieg ging an Raphael Lustenberger, eine einzige Enttäuschung. 2:4 nach den Einzeln zwischen dem TC Froburg und GC Zürich. „Wenn es doch nur etwas anders gelaufen wäre…“ Der Konjunktiv war ob der unglücklichen Ereignisse die Wendung des Moments, gar des Tages – so sahen es eigentlich alle.

Als sämtliche Hoffnung dahin schien, kam die Stunde des Bartolomé Szklarecki. Am Rande des Ausscheidens aus dem Wettbewerb hatte er es offenbar noch einmal geschafft, alle Emotionen bei seinem Team zu entfachen.

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Seine Mannschaft ging dermassen motiviert und forsch zu Werke, dass es bald auch auf den Zuschauerrängen kein Halten mehr gab.
Auch taktisch war dem Coach eine Meisterleistung geglückt: Er zog das siegreiche Erfolgsduo Vacek-Novak auseinander, das in der Gruppenphase gegen Zürich seine einzige Niederlage hatte hinnehmen müssen und stellte den mental so starken Vacek neben Juniorenspieler Borter auf. Das war der erneute Türöffner. Das Duo holte den ersten Überraschungssieg im Doppel mit 6:3 und 6:3. Das Unmögliche war wieder möglich. Yann Marti, nach Wunderheilung wieder auf dem Platz, und Robin Roshardt schafften dann tatsächlich den zweiten Coup gegen Raphael Lustenberger und Martis Davis-Cup-Feind Adrien Bossel. Deren emotionale Auseinandersetzung fand verbal schon auf dem Platz statt, als Bossel Marti immer wieder bei dessen Aufschlag irritierte, so dass dieser abbrach. Nach dem Match gab es einen Disput, der die Zürcher gar verleitete, Protest einzulegen.

Michal Przysiezny und David Novak waren jetzt an der Reihe, um das famose Finish zu einem sensationellen Ende zu führen. Der Champions-Tie-Break anstelle des dritten Satzes entfachte die Emotionen. Und die Ballwechsel dieser Schlussphase spiegelten die Dramatik des Geschehens perfekt. Es war die Schlacht der Volleys. Unter lautstarken Anfeuerungen siegten die Trimbacher Vertreter gegen Fischer/ Bodmer.
Drei Doppel – drei Siege. Die Sensation des kleinen Oltner Clubs ist perfekt. Wahnsinn. 5:4. Der GC Zürich ist tief getroffen, der TC Froburg himmelhochjauchzend.


 

Hier können noch einmal die Berichte zur grandiosen Vorrunde des TC Froburg in der NLA gelesen werden.