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Nationalliga A 2015 – Das war die grandiose Vorrunde

 



Der TC Froburg ist Schweizer Meister. Alle Berichte aus der Gruppenphase der NLA-Spieltage vom 04.08. bis 11.08.2015 im Rückblick


 

11.08.2015

Taktisches Spiel und Tag der Junioren

 

Der TC Froburg belegt nach der Gruppenphase den dritten Tabellenplatz und muss im Halbfinale erneut gegen den Grashopper-Club Zürich antreten.

Wenn die Ausgangslage vor einem Halbfinale so pikant ist, dann werden selbstverständlich die Rechner angeschmissen: Genf Erster, 24 Punkte, TC Froburg Zweiter, auch 24 Punkte, GC Zürich Dritter, 22 Punkte. Genf und Froburg direkt gegeneinander, Zürich mit dem leichteren Gegner des Tages würde wohl zumindest an einer Mannschaft vorbeiziehen. Die Idee, um als Tabellenführer in die Finalrunde einzuziehen: Mit dem knappsten möglichen Sieg gegen Genf, einem 5:4, dürfte der GC Zürich maximal 6:3 gewinnen gegen Nyon.

Doch manchmal überholen sich die theoretischen Berechnungen, indem ein unvorhergesehenes Ereignis eintritt. Heute war so ein Fall: Anfang des zweiten Satzes gab die Nummer 130 der ATP-Weltrangliste in Diensten des TC Froburg gegen ATP-Nummer 174, Vincent Millot, verletzungsbedingt auf. Nachdem der erste Satz bereits verloren wurde. War das ein taktisches Manöver? Fest steht: Leichte Probleme an der Achillessehne hatte Michal Przysiezny schon in der Vorwoche gehabt. Diese wurden nach 1:0-Rückstand im zweiten Satz akuter, so dass er es vorzog, das Feld vorzeitig zu verlassen. Es war aber eben auch ein sehr günstiger Moment, um diese Entscheidung zu fällen: Zu diesem Zeitpunkt führte der GC Zürich gegen Nyon bereits mit 4:0. Maximal einen Punkt weniger erzielen zu dürfen als der GCZ war ob der Stärke der Genfer da schon praktisch aussichtslos geworden. Denn: Es stand zwar 2:1 für Trimbach, aber Robin Roshardt hatte da noch einen N1-Brocken vor sich und wenn sich Przysiezny nun verausgaben würde, nur um am Ende doch zu verlieren, dann wären unnötige Kräfte vergeudet worden.

Michal Przysiezny

„Vielleicht hätten wir mit einem angeschlagenen Przysiezny noch etwas versuchen können. Aber das Risiko war zu gross. Wir wollen am Finalwochenende in Winterthur aus dem Vollen schöpfen können“, erklärte Peter Gubler, OK-Chef des TC Froburg für die NLA. Auch wenn es am Ende dann doch nicht der erste Tabellenplatz wurde, gab es für den TC Froburg nach einer überdurchschnittlich guten Vorrunde nur eines zu sagen: „Wir sind glücklich. Was wollen wir mehr? Wir sind wirklich glücklich“, resümierte Gubler.

Dass Yann Marti an diesem Tag schon wieder einen Davis Cup-Kontrahenten aus dem Weg räumte, geriet fast etwas aus dem Blickfeld. Gegner Henri Laaksonen war im Frühjahr unter Severin Lüthis Federführung auf Position vier nachgerückt nach Martis emotionalem Abgang. Ihn schlug er heute in seinem vielleicht konzentriertesten und klarsten Match bislang mit 6:3 und 6:4. Ein erneutes Statement Richtung Nationalmannschaft. Marti ist damit der erfolgreichste Spieler im Froburger Dress. Er entschied alle fünf Einzel für sich und drei seiner vier Doppel.

Dafür war Martin Vacek heute der Mann für die emotionalen Ausbrüche: Während das Spiel im Gange war, rollte ihm zwei Mal ein Ball vom Nebenplatz ins Feld. Zwei Mal hatte er reklamiert und beide Male hatte der Schiedsrichter nichts bemerkt. Vacek war so ausser sich, dass zehn Minuten vergingen, ehe weitergespielt werden konnte. Es dauerte einige Zeit, dann besann er sich wieder auf seine Stärken und siegte.
Szklarecki-Junior Jeremy Moser und Robin Roshardt verloren beide. Während Moser es in Antoine Bellier mit einem der hoffnungsvollsten, talentiertesten Schweizer Junioren zu tun hatte, der ausgesprochen dominant auftrat, ging es für Roshardt gegen das französische Laufwunder Stéphane Robert. Bellier suchte die Winkel des Platzes, Robert antwortete aus selbigen. Wenn Moser im zweiten Satz selbst aktiv wurde, sprangen immer wieder hervorragende Punkte heraus wie bei einem mutigen Netzangriff, dem ein eingesprungener Volleypunkt folgte. David Novak erwischte gegen das Genfer Talent Johan Nikles einen Sahnetag und schlug den ambitionierten Junior mit 6:1, 3:6 und 6:1.

Das 3:3 nach den Einzelpartien bei 5:1-Führung für den Grashopper-Club Zürich bewog Trainer Bartolomé Szklarecki, seine Topspieler zu schonen und die Junioren der eigenen Tennisschule ranzulassen. Ein Experiment, auch um den Teamgeist zu stärken. Es gelang erstaunlich gut. Jeremy Moser und Raphael Stucker mussten gegen das stärkste Doppel Millot/ Baroz antreten, entsprechend deutlich gestaltete sich das Ergebnis (2:6, 1:6). Dafür gelang Dario Huber im Verbund mit Trainer Marek Szklarecki im zweiten Satz sogar ein Re-Break. Das Endergebnis gegen Nikles/ Bellier fiel daher knapper aus als erwartet (3:6, 4:6). Luca Giacomelli und Nico Borter schafften es sogar, ihr Match bis zum Schluss offen zu halten. Sie zwangen Laaksonen/ Robert (beide N1) in den Tie Break (4:6, 6:7).

Der dritte Tabellenplatz sorgt im Halbfinale am Samstag am zentralen Veranstaltungstag in Winterthur für ein Wiedersehen mit dem zweitplatzierten GC Zürich.


 

09.09.2015

Knappes Ergebnis unter den Augen von Roger Federer

 

Der TC Froburg  verliert den Spieltag in der Nationalliga A knapp mit 4:5 beim mondänen Grashopper-Club Zürich.

Erstens: Roger Federer war da. Zweitens: Roger Federer war da, als der TC Froburg als Tabellenführer zu Gast beim Grashopper-Club Zürich war. Federer liess sich am Vereinshaus blicken, ehe er sich zügigen Schrittes auf den Trainingsplatz begab. Seinen Trainingsplatz, dessen Belag dem der US Open nachempfunden ist. Den er eigens hat anfertigen lassen, um sich auf den Grand Slam in Flushing Meadows vorzubereiten. Genau jetzt bereitete er sich vor.
Drittens: Auch ein trainierender Roger Federer ist mindestens so faszinierend anzusehen wie ein Punktspiel der Schweizer Nationalliga A. So sah es zweifelsohne ein guter Prozentsatz der Menschenmenge auf dem Gelände des Edelclubs. Als einige Zuschauer der gut gefüllten Ränge den wohl weltbesten Spieler aller Zeiten erkannten, bewegte sich rasch zunächst etwa ein Drittel der Schaulustigen zum US Open-Simulationsplatz. Nachdem der Trimbacher NLA-Spieler Yann Marti den zweiten Satz seines Matches im Tie Break für sich entschieden hatte, lief ein weiterer Teil zur Federer-Fraktion über, so dass nur noch etwa die Hälfte der Anwesenden für die Nationalliga übrigblieb.

Alte Konflikte

Nicht nur der Federer-Auftritt selbst bot Stoff, sondern auch die Gemengenlage des Streits um Platz drei im Davis Cup-Team. Yann Marti sah sich im Dress des TC Froburg der designierten neuen Nummer drei im Schweizer Tennis gegenüber, Adrien Bossel vom GC Zürich, den er an diesem Tag erneut bezwang, mit jeweils klaren Entscheidungen für sich in zwei Tie Breaks mit 7:6 und 7:6. Damit und mit seinem unüberhörbar triumphalen Siegesschrei nach dem Match machte er erneut deutlich, wen er selbst als besten Spieler der Nation hinter dem nur 50 Meter entfernt übenden Federer und Stanislas Wawrinka sieht.

Yann Marti

Auf dem Nebenplatz sah er derweil gegen den Trimbacher Martin Vacek seinen ärgsten Feind Michael Lammer gewinnen. Weil dieser im Frühjahr gegenüber Marti den Vorzug bekommen hatte trotz deutlich schlechterer Weltranglistenplatzierung, war es zum Eklat gekommen, als Marti wutentbrannt vom Nationalteam abreiste.

So gemischt wie der Sieg von Marti und die Niederlage von Vacek verlief der ganze Tag für den TC Froburg. Luca Giacomelli zog sich bei seiner Niederlage nach 2:6 noch achtbar mit 6:7 aus der Affäre. Der bisher so überzeugende Robin Roshardt musste gegen Martin Fischer ebenfalls eine Schlappe einstecken. Dabei hatte er einen persönlichen Ehrgeiz gehabt, als vormaliger Vertreter des Seeblick ZH den Grashoppers eins auszuwischen. Dafür präsentierte sich der an Nummer eins gesetzte Michal Przysiezny in überragender Verfassung und fegte Raphael Lustenberger mit 6:0 und 6:4 vom Court. Zwischenstand bis dahin insgesamt 2:3.

Federer guckt NLA

Deshalb zog nun das letzte laufende Einzel auf dem abseitigen dritten Platz von David Novak gegen Adrian Bodmer unter den Augen von Roger Federer alle Blicke auf sich. Dieser schaute von seinem erhöhten Hartplatz über drei Plätze hinweg immer wieder aufmerksam hinüber auf die tiefer liegende Asche, um zu sehen wie sich sein GC schlug. Die im wahrsten Sinne des Wortes überragende Lage dieses Ortes liess zudem Ergebnisdurchsagen und aufbrandenden Jubel in bester Opernakustik heraufschallen. Hier und da wartete Federer tatsächlich einen laufenden Ballwechsel ab, bevor er sich seinem eigenen Spiel widmete und selbst aufschlug oder sich zum Pausieren auf seine Bank setzte.

Nach 7:6 und 2:6 Satzausgleich zwischen Novak und Bodmer sass unterdessen der Trimbacher Anhang auf der Tribüne des Nebenplatzes vollzählig beisammen und feuerte lauthals den eigenen Mann an, während die Zürcher nur zaghaft dagegen hielten. Es half: Novak spielte überragende Bälle in die Winkel des Feldes und siegte mit 6:2 im Dritten.

David Novak

Ausgeglichene Bilanz zwischen TCF und GCZ. Ein hervorragender Zwischenerfolg des kleinen Vereins aus Olten gegen den langjährigen Zürcher Spitzenclub.

Die Doppel brachten die Entscheidung zu Ungunsten von Trimbach. Das Duo Martin Vacek und David Novak verliess erstmals das Glück im laufenden Wettbewerb, Robin Roshardt und Dario Huber fanden kein Mittel. Michal Przysiezny und Yann Marti dagegen zeigten noch einmal, warum sie das Spitzenduo bilden: Für sie sprang ein starker Sieg heraus. Eine persönliche Genugtuung für Marti. Damit hatte er zum zweiten Mal an diesem Tag seinem Widersacher Bossel in dessen Heimspielstätte gezeigt, wem in Wahrheit die Nummer drei der Schweiz gebührt. Zu dieser Zeit hatte Roger Federer mit Davis Cup-Trainer Severin Lüthi allerdings längst das Tennisgelände verlassen.


 

08.08.2015

Eine wirklich gute Show

 

Nationalliga A: Der Weg in die Finalrunde wird wahrscheinlicher. Der TC Froburg fährt als Tabellenführer der NLA zum Edel-Club GC Zürich.

Theaterstück in drei Akten. Titel: Aggression und Selbstbefreiung. In der Hauptrolle: Yann Marti. Ein Klassiker, den der Protagonist hochdramatisch zu inszenieren versteht wie kein zweiter. Dem Kontrahenten auf der Bühne reichte grundsolides Spiel, Marti war der Taktgeber. Taktgeber dabei, Bälle wahlweise ins Aus oder ins Netz zu befördern. Das Aufschlagspiel Roman Vögelis vom TC Nyon zum 3:2 aus seiner Sicht dauert fast 15 Minuten – ein einziges Festival der Unzulänglichkeiten auf beiden Seiten. Bezeichnend dann das Break zum 4:2 für den Gegner: Ein leichter Überkopfball von Marti ins Netz. Die Nummer zwei des TC Froburg deckt im ersten Satz das ganze Repertoire an Fehlern ab, die man nur machen kann. Der Trimbacher Starspieler ist sichtlich genervt von sich und der Welt. Er wirft irritierte Blicke ins Publikum, jagt vor Wut Bälle in den Zaun und regt sich über das Zeitspiel von Vögeli auf. Dieser gönnt sich tatsächlich die Musse, den Ball elf Mal aufspringen zu lassen, ehe er die Aufschlagbewegung zelebriert. Den Schiedsrichter schien das wenig zu kümmern. Trotz aller Widrigkeiten reichten die Qualitäten des Yann Marti, um sich in den Tie Break zu würgen. Jetzt ärgerte sich Vögeli über die Lautstärke auf der VIP-Terrasse und brach mehrfach seine ohnehin schon lange Aufschlagbewegung ab. Marti, der endlich in einen Rhythmus kommen wollte, warf dem Gegner abermals seine Sicht der Dinge übers Netz: „Du brauchst zwanzig Minuten für jeden Aufschlag. Zwanzig Minuten.“ Verwarnung. Der Tie Break geht verloren, der nächste Ball wird über den Kamm des Hauenstein in Richtung Basel gedroschen. Erster Akt Ende. Zweiter Akt: Katharsis, Selbstbefreiung. Yann Marti gewinnt den zweiten und den dritten Satz mit 6:2 und 6:0. Locker. Das musste er, das konnte er. Eigentlich von Anfang an. „Geht doch“, raunte das Publikum. Immerhin bot der Hauptakteur erneut eine wirklich gute Show.

Jonas Meinecke

In weiteren Rollen: Michal Przysiezny, dessen Match gegen Marco Trungeletti aus Argentinien ATP-Niveau verströmte. Am Ende verlor der Froburger knapp, er machte am Ende zwei, drei Fehler mehr als sein Gegner. Dennoch brachten die Spieler ein hohes Niveau auf den Platz und agierten variabel mit hochkarätigen Ballwechseln.

Ausserdem: Nico Borter, einer von fünf Trimbacher Nachwuchsspielern, der Indra Kamra nach Satzrückstand (3:6) noch besiegte mit 6:4 und 7:5. Damit zeigte er eine Nervenstärke, die das ganze Team von Bartolomé Szklarecki über alle drei Spieltage hinweg auszeichnet. Sechs Einzel gingen über drei Sätze – alle sechs gewannen die Trimbacher. In den Doppels steht diese Bilanz 1:2. Auch die Tie-Break-Statistik spricht für die Mentalität des TC Froburg: Sechs davon wurden gewonnen, nur drei verloren.

Nico Borter

Die Kuriosität des Tages: Der Sonnenschirm des Schiedsrichters, der in glühender Hitze unter dem Einfluss des merkwürdigen (Sand-)Sturms am Nachmittag immer wieder nach oben umklappte, um sich anschliessend auch von alleine wieder in die richtige Stellung zurückzubewegen.

Das Endresultat zwischen dem TC Froburg und dem TC Nyon: 7:2. Dritter Spieltag, dritter Sieg. Weiter unterwegs Richtung Finalrunde. Als Tabellenführer geht es zum noblen GC Zürich, den Roger Federer immer wieder zum Trainieren aufsucht.


 

08.08.2015

Richtungsentscheidung in der Nationalliga A

 

Der TC Froburg wird seinem Ruf als mögliche Überraschungsmannschaft der Saison gerecht. Heute kommt es gegen Nyon zum wahrscheinlich engsten Duell in der NLA.

Mit diesen Rahmenbedingungen kann es etwas werden – glänzender Heimspiel-Support von den Zuschauerrängen, Starspieler mit Kämpferherz und ein hervorragend aufgelegter „Mittelbau“ auf den Mannschaftspositionen drei bis fünf. Dazu Junioren der eigenen Tennisschule, die ihre Chancen bekommen und ihr Potential aufblitzen lassen. Teamcoach Bartolomé Szklarecki resümiert nach zwei gespielten Runden: „Es zeigt sich, was wir schon vorher vermutet hatten: Wir müssen definitiv hart für unseren Erfolg arbeiten. Auch wenn es Chancen gibt, die wir ausgelassen haben, bin ich insgesamt sehr zufrieden mit unserer Mentalität und den Ergebnissen.“

Besondere Aufmerksamkeit verdient der neu verpflichtete Robin Roshardt (N2), der im Einzel bislang die überzeugendsten Ergebnisse im Froburger Dress vorweisen kann. Auf Mannschaftsposition drei verbuchte er gegen Andrew Ruppli von Lausanne ein 6:2 und 6:2 und schaffte gegen Mathieu Guenat von Neuchâtel sogar ein 6:2 und 6:0. Roshardt hat Titelerfahrung: 2005 gewann er als Junior in der Altersklasse bis 18 Jahre die renommierte internationale Orange Bowl in Key Biscayne, Florida, die in der Damenkonkurrenz im selben Jahr eine gewisse Caroline Wozniacki mit nach Hause nahm. Im wichtigsten Juniorenturnier nach den Grand Slams siegte 1998 auch schon Roger Federer.

Robin Roshardt

Roshardt kommt als mehrfacher Schweizer Meister vom Erfolgsclub TC Ried Wollerau – dem Verein, dem die Tennisschule von Martina Hingis Mutter, Melanie Molitor, angegliedert ist. Er bringt die nötige Siegermentalität mit. Seine Verpflichtung für den TC Froburg stellt sich als eine hervorragende Wahl heraus.

Der heutige Gegner Nyon steht auf Tabellenplatz vier mit zehn Punkten – dem Rang, der mindestens erreicht werden muss, um sich fürs NLA-Halbfinale zu qualifizieren. Die Tabellenkonstellation wird sich sicherlich noch verschieben, denn für den Tableau-Führenden Trimbach stehen zwar schon 13 Punkte zu Buche, diese wurden allerdings gegen die beiden vermeintlich schwächsten Teams erzielt. Dennoch sind die Vorzeichen gut, wenn der Verein gegen Nyon zumindest eine ausgeglichene Bilanz schafft und positive Überraschungen für die beiden letztplatzierten Clubs, Neuchâtel und Lausanne ausbleiben. Ohne Zweifel ist das heutige Aufeinandertreffen eine Weichenstellung: Muss der TC Froburg doch noch einmal nach unten schielen oder wird die Tendenz in Richtung Halbfinale bestätigt? Aus den beiden letzten Spieltagen dürfen keine Punkte vorausgesetzt werden, da es dann gegen die Spitzenteams aus Genf und Zürich geht.

Umso entscheidender, dass Trimbach seinen Spielern gegen Nyon erneut eine guten Rahmen bietet, mit zahlreichen Zuschauern und glänzendem Heimspiel-Support – auch von interessierten Nicht-Vereinsmitgliedern.


 

06.08.2015

Plötzlich wird die Finalrunde zum Thema

 

Der TC Froburg Trimbach gewinnt auch sein zweites Interclubspiel in der Nationalliga A. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Trimbacher auf allen Ebenen weiter entwickelt.

Fabio Baranzini, OT

Würde ein Laie die Frage in den Raum werfen, was den eigentlich die Faszination am Tennissport ausmacht, er hätte gestern auf der Anlage des TC Froburg Trimbach die Antwort eindrücklich geliefert bekommen. Das Duell zwischen dem Trimbacher Neuzugang Yann Marti und Federico Coria, die argentinische Weltnummer 347 in Diensten von Neuenburg, bot alles, was den Tennissport einzigartig macht. Während dreieinhalb Stunden jagten sich die beiden Protagonisten in der gleissenden Mittagssonne über die rote Asche und schenkten sich nichts. Spektakuläre Ballwechsel, brachiale Winner, gefühlvolle Stoppbälle, aber auch leichte Fehler und viele vergebene Chancen prägten die Partie.

Yann Marti

Symptomatisch dafür war das Tie Break im dritten Satz. Marti, der zuvor einen Satzrückstand aufgeholt und bei 6:5 zum Sieg serviert hatte, erwischte den besseren Start. Der 27-jährige Walliser legte mit 6:1 vor und sah wie der sichere Sieger aus. Doch Coria schaffte tatsächlich das Kunststück, fünf Matchbälle abzuwehren und auf 6:6 auszugleichen. Jetzt war Marti mental gefordert. Würde er, der nicht gerade dafür bekannt ist, seine Nerven stets im Griff zu halten, diesen Rückschlag verkraften können?

Grosser Jubel

Auch unter den zahlreichen Zuschauern, die für eine hervorragende Stimmung sorgten, war man sich nicht einig. „Der strapaziert meine Nerven“, meinte ein älterer Herr und sein Kollege daneben fügte hinzu: „Hoffentlich holt er das Match trotzdem noch.“ Die Hoffnung des Heimpublikums wurde erfüllt. Marti liess sich nicht aus dem Konzept bringen und gewann die Kurzentscheidung mit 9:7. Der Jubel nach dem verwandelten Matchball war gross. „Ich hatte leider etwas zu viele Hochs und Tiefs in meinem Spiel, aber immerhin habe ich am Ende einen Punkt für mein Team geholt“, so Marti.
Das hat Luca Giacomelli nicht geschafft. Der Trimbacher Nachwuchsspieler hatte gegen den um 17 Plätze stärker rangierten Jonas Meinecke durchaus seine Chancen, es fehlte ihm jedoch noch die nötige Konstanz, um den Punkt für sein Team ins Trockene zu bringen. Giacomelli war der einzige der fünf Trimbacher Nachwuchsspieler, der gestern im Einzel zum Einsatz kam. Im vergangenen Jahr, als die Trimbacher zum ersten Mal in der NLA spielten, waren es jeweils noch deren zwei gewesen. Passt dies mit der von den Verantwortlichen des TC Froburg Trimbach viel propagierten Nachwuchsförderung zusammen?

Ja, tut es, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht gleich zu erkennen ist. „Wir hatten letztes Jahr mit Luca Giacomelli und Jeremy Moser bloss zwei Nachwuchsspieler in unserem Kader. Jetzt sind drei weitere dazugestossen“, sagt Clubpräsident Marco Meyer. Und Teamcoach Peter Gubler ergänzt: „Alle fünf jungen Spieler werden in dieser NLA-Saison eingesetzt und können während diesen zwei Wochen jeden Tag auf höchstem Niveau trainieren.“ Denn eines ist klar: Auch wenn Giacomelli und co im Vergleich zum Vorjahr einen grossen Sprung nach vorne gemacht haben, stünden sie in der Nationalliga A auf allen anderen als der sechsten Position auf verlorenem Posten. „Für mehr als Position sechs reicht ihr Niveau derzeit noch nicht. Aber das kann schon nächstes Jahr anders aussehen.“

Strategie geht auf

Und weil man bei den Trimbachern langfristig plant und die Nachwuchsspieler Schritt für Schritt an höhere Aufgaben heranführen will, ist es durchaus im Sinne der Nachhaltigkeit, dass im Hinblick auf diese Saison mit Yann Marti und Robin Roshardt zwei Schweizer Spitzenspieler verpflichtet wurden. „Zu diesem Schritt hat uns auch Swiss Tennis Wettkampfchef Andreas Fischer geraten“, sagt Meyer. Kam hinzu, dass Marti und Roshardt zu einem günstigen Preis zu haben waren, da sich mit Wollerau und Cologny zwei Spitzenteams aus der NLA zurückgezogen haben und daher viele Spieler auf der Suche nach einem neuen Club waren.

Die Strategie des TC Froburg Trimbach scheint jedenfalls aufzugehen. Nachdem die Equipe im Vorjahr noch um den Ligaerhalt zittern musste, sieht es in diesem Jahr wesentlich besser aus. Nach dem 7:2-Sieg zum Auftakt holten die Trimbacher gestern gegen Neuenburg sechs weitere Zähler. So wird gar die Finalrunde plötzlich zum Thema. Und das wäre für den kleinen Club, der sich mitten im Reigen der Traditionsclub behauptet, ein grosser Erfolg.


 

04.08.2015

Siegreicher Auftakt für den TC Froburg

 

Besser hätte die Schweizer Fleisch Interclub Nationalliga A nicht starten können: Die Trimbacher schlugen auswärts Stade-Lausanne klar mit 7:2.

Yann Marti bewies, dass ihn der TC Froburg zu Recht als Schweizer Zugpferd verpflichtet hatte. Der ehemalige Lausanner begann sein Match direkt am Vormittag gegen Luca Margaroli (N2). Zwar liess sich der Beginn auf beiden Seiten des Netzes zunächst etwas harzig an und Marti musste sogar direkt in seinem ersten Aufschlagspiel einen Breakball abwehren, doch dann kam der Favorit besser in Tritt. Zur Mitte des Satzes schlug er zu, sicherte sich das erste Break.  Nur kurze Zeit später stand es nach einem weiteren Break 5:2. Marti dagegen brachte seine Aufschläge souverän durch bis zum 6:2.

MARTI_KLEIN_2

Sofort war er auch im zweiten Satz präsent, das schnelle Break zum 1:0 brachte ihm einen vermeintlich komfortablen Vorsprung. Beim Stande von 2:1 setzte Regen ein, so dass alle Partien unterbrochen werden mussten. Margaroli hatte die Pause offenbar gut getan, denn er breakte zurück zum 3:3. Auch beim 4:4 wurde es für Marti eng. Doch genau zum richtigen Zeitpunkt spielte der Neu-Froburger seine ganze Routine aus, setzte das Break zum 5:4 und machte zu null den Deckel aufs Match, 6:4. Trainer Bartolomé Szklarecki resümierte nüchtern: „Er war drei Klassen besser als sein Gegner, einen Sieg von ihm hatten wir erwartet.“ Besonders glücklich war der Coach aber mit der Motivation seiner Schützlinge: „Das ist in Ligaspielen nicht immer so. Wir haben einen richtig guten Spieltag bestritten. Alles hat geklappt wie geplant.“

Raphael Stucker, die Nummer 6 der Trimbacher, erwischte nicht seinen besten Tag, hatte aber in Marc-Andrea Hüsler, einem ehemaligen Schweizer Juniorenmeister, auch einen starken Gegner. Er geriet in beiden Sätzen früh in Rückstand und konnte diesen nicht mehr wettmachen. So hiess es am Ende 3:6 und 3:6.
Der schweizerisch-tschechische Martin Vacek, der dem Verein schon im Vorjahr Punkte eingebracht hatte, musste für seinen Erfolg hart arbeiten. Nach drei Durchgängen behauptete er sich mit 6:3, 3:6 und 7:5. Nach ausgeglichenem Beginn schaffte er es, seinem Kontrahenten Antoine-Michel Alexeev den Aufschlag abzunehmen. Aus dem 4:2-Vorsprung machte Vacek ein 6:3. Im zweiten Satz lief es umgekehrt. Alexeev reichte das frühe Break zum 2:0 aus seiner Sicht, um seinerseits ein 6:3 zu erzielen. Der dritte Satz wurde so eng wie das ganze Match: Auf Alexeevs Break folgte sofort das Re-Break, nachdem es vier Mal über Einstand ging. Mitte des Satzes konterte Vacek einen Vorsprung seines Gegners erneut. Der Spieler des TC Froburg hatte offenbar Sinn für die entscheidenden Momente, denn zum Tie Break liess er es beim Stande von 6:5 nicht kommen: Bei Aufschlag Alexeev erspielte er sich zwei Matchbälle und verwandelte den zweiten.

Langsam kristallisierte sich heraus, dass es ein guter Tag werden könnte. Robin Roshardt (3) und David Novak (5) bestätigten den Trend und brachten ungefährdete Siege mit nach Hause. Roshardt erledigte sein Werk in nur etwa 50 Minuten mit 6:2 und 6:2. Der Lausanner Andrew Ruppli lag mit 0:4 hinten, kaum dass das Match begonnen hatte. Der zweite Satz lief nach sofortigem Break abermals perfekt für die Trimbacher.
Auch David Novak gewann in zwei Sätzen mit 6:3 und 6:4. „Er hatte es schwerer, denn sein Kontrahent Jessy Kalambay gibt dir keinen Rhythmus mit seinem Power-Tennis“, erläuterte Bartolomé Szklarecki. Mit seiner guten Beinarbeit und der nötigen Intuition hielt er der aggressiven Spielweise entgegen, so dass ein souveräner Matchgewinn heraussprang.

Der an Nummer 1 gesetzte Verstärkungsspieler aus Polen, Michal Przysiezny brauchte drei Sätze, ehe auch er für den TC Froburg einen Sieg beisteuerte. Die äusserst knappe Partie schloss mit 7:5, 5:7 und 7:6. „Michal Przysiezny hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Er hat zwar Chancen liegen lassen, aber letztlich haben seine kontrollierte Art und seine Erfahrung den Ausschlag gegeben“, fand Trainer Szklarecki. Im Tie Break des dritten Satzes, den Przysiezny mit 7:4 für sich entschied, liess er seinem Gegner keine Möglichkeit mehr.

Die Doppel endeten ebenfalls erfreulich für den TC Froburg: Michal Przysiezny und Yann Marti spielten das erste Mal zusammen und es klappte: 6:3 und 6:3 lautete das erfolgreiche Ergebnis gegen Margaroli/ Alexeev. Das zweite Doppel Vacek/ Novak dagegen war eingespielt und siegte 6:1, 6:4 gegen Perret/ Hüsler. Robin Roshardt und Luca Giacomelli verloren äusserst unglücklich mit 3:6, 7:5 und im Tie Break-Modus 10:8 nach zwischenzeitlicher Führung auf der Zielgeraden. Dennoch verbuchte der TC Froburg insgesamt einen 7:2-Erfolg gegen Stade-Lausanne.


 

Hier können noch einmal die Berichte zur Finalrunde der NLA gelesen werden, die mit dem Titelgewinn für den TC Froburg gekrönt wurde.