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NLA 2017 live erleben mit Yann Marti beim TC Froburg – Tennis Nationalliga A

 

Heimspiele 2017:

Donnerstag: 3. August, ab 12.00 Uhr: Froburg Trimbach – Neuchatel

Sonntag, 6. August, ab 12.00 Uhr: Froburg Trimbach – Geneve E.V.

Dienstag, 8. August, ab 12.00 Uhr: Froburg Trimbach – Schützenmatt SO

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10.08.2017

In diesem Jahr konnten die Zuschauerzahlen des TC Froburg Trimbach in den Heimspielen der Nationalliga A deutlich gesteigert werden.

 

 

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08.08.2017

Gerettet: Der TC Froburg bleibt erstklassig

 

Die Trimbacher NLA-Mannschaft schlaucht ihre Anhänger ordentlich. Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle rettet sich das Team von Bartolomé Szklarecki mit zwei Punkten Vorsprung vor dem letzten Platz. Diesen belegt wie schon vor dem Derby der TC Schützenmatt und steigt ab.

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Dunkle Wolken schwebten bedrohlich über dem Tenniscenter. So wie der Regen aus dem düsteren Himmel platze, so hätte am letzten Spieltag auch der Traum von der Nationalliga A zerbersten können. Nach vergebenen Siegchancen gegen jeden Gegner, unglücklich ausgespielten Doppelpartien und übler Tie-Break-Bilanz überwog der Pessimismus vor dem Showdown gegen den Solothurner TC Schützenmatt. Und ausgerechnet der Lokalrivale, gerade erst aufgestiegen, sollte nun Trimbach ins Verderben stürzen?

Auch wenn es nachher noch einmal gut ging, Coach Bartolomé Szklarecki zog ein ehrliches Fazit: „Es war für uns ein schwieriges Jahr. Es hakte von Anfang an. Es gab so viele Situationen, in denen wir unsere Chancen hätten ergreifen müssen. Wir hätten einfach kaltblütiger durchziehen müssen.“ Zu den eigenen Fehlern gesellten sich unglückliche Umstände: Dass sich die Nummer drei verletzte, Yann Marti, erwies sich als grosses Handicap. Und „heute zum Beispiel der Regen, wo wir in die Halle müssen. Dabei haben wir ja mit den Ausländern zwei Sandplatzspezialisten“, zählte Szklarecki eine weitere Bürde auf.

Die ungünstigen Vorzeichen schienen sich auch am letzten Spieltag schnell zu bestätigen. Vullnet Tashi gegen Mirko Martinez (6:7, 3:6) und Luca Keist gegen Yannick Thomet (4:6, 6:4, 4:10) waren die ersten, die Froburgs (Match-)Tie-Break-Bilanz an diesem Tag weiter ins Minus zogen, gefolgt von Inigo Cervantes gegen Yannik Reuter, der zwei von dreien verlor (7:6, 6:7, 6:10) und schliesslich Uladzimir Ignatik gegen Yannick Maden (6:4, 2:6, 3:10). Dabei zeigte sich der Spanier mit verbesserter Laufarbeit und guter Antizipation der Schläge seines Gegners und der Weissrusse ergriff mit seinem Re-Break im ersten Satz immer mehr die Initiative. Diese verflachte aber wieder mit zunehmender Matchdauer. Maden auf der anderen Seite des Netzes wurde konstanter und sein starkes Returnspiel wurde für den Froburger zum Problem.

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Dafür glänzten dieses Mal Sandro Ehrat und Adam Moundir mit blitzsauberen Leistungen. Moundirs Wucht auf Hartplatz war zu erwarten gewesen, aber auch Ehrat schien sich sichtlich wohler zu fühlen auf dem Teppichbelag der Halle. Anders als in mancher Partie zuvor fand er gegen Cristian Villagran seinen Rhythmus sehr schnell und behielt ihn. In ausgedehnten Ballwechseln hatte er meist den längeren Atem und gewann deutlich mit 6:1 und 6:2. Ganz anders Moundir, der mit seinem Powertennis nur zügige Punkte und Fehler kennt. Nach 6:1 im ersten Durchgang zeigte er als einer von wenigen Trimbacher Spielern im Tie Break des zweiten Satzes das nötige Stehvermögen und erwies sich als bärenstark im Moment der Entscheidung (7:6). Punkt um Punkt schlug rechts und links von Mathieu Guenat ein. Der Express rollte und liess sich nicht aufhalten. Nur zwei Punkte gewährte Moundir seinem Kontrahenten noch.

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Trotzdem: Die Einzelbilanz war ernüchternd. 2:4-Rückstand gegen Schützenmatt. Ohne zwei Doppel-Siege würde der TC Froburg absteigen. Zwei Siege. Das war zuvor noch an keinem Spieltag gelungen. Eine Premiere musste also her.

Ehrat/ Moundir, die beiden Tagessgewinner im Einzel, funktionierten auch gemeinsam blendend und fegten Martinez/ Guenat zügig mit 6:3 und 6:2 vom Platz. Tashi/ Vacek lieferten sich einen heissen Kampf mit Pospisil/ Villagran, mussten sich aber dennoch mit 4:6, 7:5, 3:10 geschlagen geben. Also kam es auf Ignatik/ Cervantes gegen Maden/ Thomet an. Und endlich ging mit zwei Punkten Vorsprung ein wichtiger Tie Break an den TC Froburg. Während Cervantes zahllose Fehler produzierte, war Ignatik Garant für die Punkte und wirkte am Netz wie eine Wand. Jeder Ball des Gegners kam per Volley druckvoll und unnachgiebig zurück. Der Weissrusse zog den Spanier mit.

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Peter Gubler wird auch 2018 eine NLA-Ansprache halten können

 

Im zweiten Satz spielte sich das Duo immer mehr in einen Rausch. Nun punkteten beide abwechselnd und endlich konnte Trimbach aufatmen: Chancenlos mussten sich Maden/ Thomet im zweiten Satz geschlagen geben (6:1). Schützenmatt wurde damit in die zweite Liga verbannt. Der TC Froburg behält seinen fünften Platz in der Tabelle. Die Halbfinalrunde wurde um eine Klassierung verpasst, denn Neuchâtel ergatterte zuhause gegen GC Zürich vier Punkte. Das macht in der Endabrechnung einen Punkt mehr für den Viertplatzierten.

„Ich glaube, ich brauche jetzt drei Wochen Urlaub“, befand Bartolomé Szklarecki, als alles vorbei war. Die aufreibenden NLA-Tage haben den Club sichtlich mitgenommen. So eng hatte man sich diese Saison nicht vorgestellt. Szklareckis Credo: „Durchatmen und gut aufstellen fürs nächste Jahr.“ Erst einmal sind alle froh, auch 2018 Nationalliga A zu spielen.

 

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06.08.2017

Solothurn gegen Solothurn: Showdown in der Nationalliga A am Dienstag

 

Der TC Froburg schöpft einfach nicht sein Potential aus. Trimbach steht in der NLA enorm unter Druck und muss gegen den TC Schützenmatt gewinnen. Sowohl der Abstieg in die zweite Liga als auch die Halbfinalrunde sind möglich.

 

Es waren die altbekannten Probleme, die Trimbach plagten. Auch an diesem Spieltag der Nationalliga A Genève Eaux-Vives konnte Froburg seine grössten Mankos nicht beseitigen. Chancenverwertung, Match-Tie-Breaks und Doppelpartien sind in diesem Jahr die ärgsten Widersacher des TC. Dabei begann der Tag so ausgezeichnet: Drei Einzel in Folge währte das Glück des Sieges. Drei Punkte aus drei Matches liessen schon wieder von den Halbfinals träumen. So ein guter Start, so viel schien wieder möglich. Die anschliessenden sechs Partien holten Trimbach wieder auf den Boden der Tatsachen: Nur Niederlagen, davon drei erneut in Match-Tie-Breaks.

Jetzt kommt es zum Showdown, und der dürfte nicht angenehm werden. Gegen den TC Schützenmatt geht es im direkten Duell um den Abstieg. Denn die anderen Solothurner belegen nur drei Punkte hinter dem TC Froburg den sechsten und damit letzten Platz. Der Druck war ohnehin schon gross, nun wächst er noch einmal. Wenn die Schützlinge von Coach Bartolomé Szklarecki diesem standhalten, könnte die Stimmung allerdings auch ganz schnell wieder aufhellen. Denn auch CT Neuchâtel auf dem vierten Platz ist nur einen Punkt entfernt in direkter Reichweite. Und die Neuenburger haben das wohl schwerste Los des letzten Spieltags. Gegner GC Zürich wird den zweiten Platz vor Genf sicherlich verteidigen wollen, schon der Ehre wegen. Wenn also Trimbach seine Kräfte bündeln kann, ist durchaus noch die Halbfinalrunde drin.

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Bartolomé muss sich etwas einfallen lassen für den letzten Spieltag

 

In den ersten drei Partien meinte man noch, eine Idee erkennen zu können im Froburger Auftreten: Aktiv spielen, selbst das Heft in die Hand nehmen, zügig Punkte aufholen ohne Kompromisse. Inigo Cervantes, Vullnet Tashi und Luca Keist gelang das gleichermassen gut wie überzeugend. Der Auftakt bot genau das, was die Mannschaft gebraucht hatte. Cervantes schlug seinen Landsmann Enrique Lopez-Perez glatt mit 6:3, 6:4 und Tashi besiegte Jacob Kahoun ebenso deutlich mit 6:2, 6:4.

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Luca Keist bot die grösste Show, indem er gegen Luva Castelnuovo einen Satzrückstand (6:7) mit 6:4 im zweiten Durchgang drehte und in einen  Sieg verwandelte. Im Match-Tie-Break scheiterte Castelnuovo gleich dreimal hintereinander an der Netzkante. Doch zugleich war es auch Keists mutiges Auftreten, das ihm die Punkte bescherte. Den Matchball spielte er sich mit einem Vorhand-Winner heraus, legte sofort nach und verwandelte damit sofort die erste Möglichkeit: Mit einem energischen Vorhand-Angriffsball und einem Vorhandvolley-Winner beendete er das Match.

Genauso erfolgreich ging es in den weiteren Einzelpartien direkt weiter. Sandro Ehrat gegen Johan Nikles und Uladzimir Ignatik gegen Kenny de Schepper legten beide einem Break los. Ehrat konnte ein schnelles Re-Break wieder mit eigenem Break kontern. Beide schlossen den ersten Satz mit 6:4 zu ihren Gunsten. Aber dann kam bei beiden Trimbachern zur gleichen Zeit der Bruch im Spiel. De Schepper wurde konzentrierter und konstanter, machte weniger Fehler und spielte sich Schritt für Schritt besser ins Match. Dazu gesellten sich ein paar Flüchtigkeitsfehler zu viel von Ignatik. Der zweite Satz endete mit 4:6.

Zu identischem Ergebnis (4:6) und ähnlicher Entwicklung kam es auf dem Platz nebenan. Sandro Ehrat hatte schon zuvor ein paar unerzwungene Fehler zu viel in seinem Spiel, aber erst jetzt wirkten sie sich aus auf den Verlauf der Partie. Denn Nikles wurde besser und ergriff die Chance. Mit Jubelschreien nach jedem Ballwechsel eroberte er weithin hörbar die Deutungshoheit über das Spiel. Der Matchball war symptomatisch: Nikles griff halbstark auf der T-Linie an und Ehrat spielte den Ball unter mässigem Druck ins Netz (4:10). Ignatik verlor um einen Punkt besser, 6:10.

In den Doppelpartien ging der TC Froburg unter. Cervantes/ Moundir gegen Lopez-Perez/ Perret endete 3:6 und 1:6. Tashi/ Vacek verloren desaströs mit 0:6 und 2:6 unter entnervendem Dauergeschrei von Kahoun/ Sommer. Sie hätten es nicht nötig gehabt, aber anscheinend brauchten die Genfer eine weitere Selbstbestätigung.

 

Im letzten Heimspiel des TC Froburg Trimbach in der NLA geht es um alles:

Dienstag, 8. August, ab 12 Uhr: Froburg Trimbach – Schützenmatt SO

 

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05.08.2017

TC Froburg: NLA-Halbfinale oder Abstieg?

 

Wie können sie nur? Schon wieder diese halbgare Chancenverwertung, schon wieder diese vergebenen Punkte. Für die Fans des TC Froburg ist es zum Haare raufen. 3:6 gegen den TC Seeblick. Ein verletzter Yann Marti. Gegen Genf im Heimspiel am Sonntag geht es ums Ganze.

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Dieser Seeblick! Oh, dieser wunderschöne Seeblick! Alles um sich herum könnte man vergessen. Einfach von der Anhöhe auf den Zürichsee hinunterschauen, zur Goldküste auf der anderen Seite des Ufers wohlwollend hinübergrüssen  und die Sonne geniessen. Doch so einfach ist es nicht. Schwenken die Augen um 180 Grad in die Gegenrichtung, dann bietet sich ein ganz anderes Bild. Eines von harter, schweisstreibender Arbeit. Und die Sonne ist plötzlich nicht mehr Freund, sondern Feind. Hier geht es ums Ganze, hier wird gebaut. Es geht um das Fundament für den Schweizermeistertitel. Und wenn die Basis nicht stimmt, dann folgt Ernüchterung, dann bricht alles in sich zusammen, dann kann es runtergehen. Nicht zum Zürichsee, zum Baden, sondern in die zweite Liga.

Halbfinaleinzug und Abstieg von der Nationalliga A liegen dieses Jahr so beunruhigend nah beieinander. Und deshalb war es für die Tennisspieler die beste Methode, den verlockend glitzernden See dort unten von der Anhöhe aus keines Blickes zu würdigen. ‚Unten‘ ist im Moment sowieso nicht gut. Runter ging es nämlich schon in der Tabelle, von Platz drei auf fünf. Und noch eins tiefer, ganz unten, ist verbotene Zone. So wie der Zürichsee verbotene Zone ist.

Stattdessen heisse rote Asche. Für die Trimbacher Topspieler war das heute ein Problem. Schweisstreibende Duelle lieferten sie sich, teils auf unglaublichem Niveau und mit hochkarätigen Phasen. Inigo Cervantes bot gegen Pedja Krstin im ersten Satz (7:6) alle Facetten des Tennis, die diesen Sport so attraktiv machen: Intensive, ausdauernde Grundlinienduelle, druckvolle Netzangriffe, traumhafte Passierschläge. Und Sandro Ehrat spielte sich nach 4:6 gegen Robin Roshardt im zweiten Satz richtig frei (6:1). Aber nicht frei genug. Im Match-Tie-Break war dann schon wieder alles vorüber, und Inigo Cervantes machte auf halber Strecke ebenfalls Halt (3:6, zweiter Satz).

Beide mussten in den Match-Tie-Break, und der wird für Froburg immer mehr zum Fluch. Der Spanier und der Schweizer im Dress des TC verloren ihren beide deutlich (je 4:10). Es ist die Bilanz, in der es eindeutig bergab geht: Positiv lief es noch gegen GC Zürich (3:2-Siege in den Match-Tie-Breaks), schlechter ging es gegen CT Neuchâtel weiter (1:2), klar negativ war die Ausbeute beim TC Seeblick (1:3). Adam Moundir in seinem Einzel griff heute als Einziger zu und besiegte damit Alexander Sadecky 2:6, 7:6 und 10:7. Uzladimir Ignatik gegen Mirza Basic und Vullnet Tashi gegen Marc-Andrea Hüsler kamen gar nicht erst so weit. Für sie war schon nach zwei Sätzen Schluss (4:6, 4:6 bzw. 4:6, 3:6).

Yann Marti, noch so ein unangenehmes Thema. Froburg braucht ihn. Aber gegen CT Neuchâtel ging er angeschlagen vom Platz, bei Seeblick konnte er gar nicht erst antreten. Es ist die Schulter. Wieder die alte Verletzung vom Frühjahr, von der er sich gerade erst erholt hatte. Für weitere Einsätze arbeitet er intensiv mit Ärzten und Physiotherapeuten zusammen. Wie es weitergeht? Die Devise lautet wohl: Von Spiel zu Spiel schauen.

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Luca Keist war der Gewinner des Tages. Er rechtfertigte seine Nominierung, legte gegen den besser klassierten Daniel Valent wie die Feuerwehr los und verlor nur zeitweilig den Fokus. Ein erstaunlicher erster Satz ging mit 6:0 an ihn – eine Wiederholung seines Erfolges gegen Damien Wenger. Doch diesmal liess er sich die Butter nicht mehr ganz vom Brot nehmen: Aus 5:1 im zweiten Satz wurde zwar noch ein etwas beunruhigendes 5:4, aber er bekam das Match wieder in den Griff und fuhr mit 6:4 einen wichtigen Sieg für den TC Froburg ein.

In den Doppelpartien mischte Coach Bartolomé Szklarecki weiter durch, denn die idealen Zweierformationen sind nach den ersten beiden Spieltagen noch nicht gefunden. Mit den Duos an Nummer eins und zwei hat er im dritten Anlauf vielleicht die richtigen Partner gefunden. Nicht nur auf dem Papier ergaben sich die engsten Doppelpartien des bisherigen Wettbewerbs. Cervantes/ Moundir servierten Basic/ Valent eiskalt ab mit 6:2 und 6:2. Zeitgleich waren auch Ignatik/ Ehrat auf der Siegerstrasse (7:6 und Break vor im zweiten Satz), ehe sie sich durch eine kurze Regenunterbrechung aus dem Konzept bringen liessen und letztlich zwei Tie Breaks in Folge und damit auch das Match verloren (6:7, 9:11). Aber Potential liessen sie erkennen. Keist/ Vacek mussten gegen Hüsler/ Sadecki ebenfalls eine Niederlage einstecken (3:6, 4:6).

Und der schöne Seeblick? Als alles vorbei war, konnte ihn niemand mehr geniessen. Das türkisfarbene Wasser verheisst Südseefeeling für Menschen, die es sich leisten können, Ferien zu machen. Aber nicht für Trimbach. Für das Tennisteam der Nationalliga A geht es nicht an den Sandstrand, sondern weiter auf den Sandplatz. Und da wartet noch eine Menge Arbeit.

 

Die nächsten Heimspiele erleben und die Mannschaft anfeuern:

Sonntag, 6. August, ab 12 Uhr: Froburg Trimbach – Geneve E.V.

Dienstag, 8. August, ab 12 Uhr: Froburg Trimbach – Schützenmatt SO

 

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03.08.2017

TC Froburg mit Heimspielsieg gegen Neuchâtel – Eine Steigerung muss trotzdem her

 

So hatte sich der TC Froburg Trimbach den Auftakt vorgestellt: Ein guter Auftritt versetzt die Mannschaft in eine solide Ausgangslage für den weiteren Verlauf der Nationalliga A (NLA). Allerdings wäre wieder mindestens ein Punkt mehr drin gewesen. Wie schon gegen Zürich. Ein starker TC Seeblick wird am Samstag zum Gradmesser.

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Tennis braucht nicht Dramaturgie, Tennis verspricht Dramaturgie. Für Trimbach heisst das: Nichts entschieden, es bleibt spannend. Nach ausgelassenen Chancen und Punkten gegen GC Zürich wurden auch gegen CT Neuchâtel nicht alle Möglichkeiten ausgenutzt. Vor dem TC Froburg liegt noch viel harte Arbeit: Am Samstag auswärts gegen einen selbstbewussten TC Seeblick, der Zürich mit 8:1 abservierte, und unmittelbar darauf am Sonntag zuhause gegen Genf. Zunächst steht trotzdem zu Buche: Das erste Heimspiel brachte mit 5:4 den ersten Spieltagssieg der NLA-Saison 2017.

Um den NLA-Tag positiv zu gestalten, hatte das Trimbacher Organisationskomitee auch neben dem Platz vorgesorgt: Grossflächige grüne Netze als Baldachin, von der Werbebande zum Sonnenschutz umfunktioniert, sowie zahlreiche Schirme als Schattenspender; dazu beste Verpflegung mit Spezialitäten vom Asia House. Frühlingsrollen, Bamigoreng, Chicken Sweet and Sour und Thai-Beef-Curry kamen gut an. „Der Betrieb lief super, es waren wirklich viele Leute da“, freute sich Elmar Biedermann. Für eine elegante Tafel für die VIP-Gäste auf der Terasse sorgte Gourmet-Koch Arno Sgier vom Restaurant „Traube“.

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Auf dem Platz gewann Yann Marti sein Match gegen Siméon Rossier ohne Probleme. Es war ein Marti-untypisches Spiel, ein unemotionaler Arbeitserfolg. Nach 6:4 legte der Top-Schweizer sogar zu und brachte den Sieg mit 6:2 ins Ziel. Auch Inigo Cervantes und Sandro Ehrat erfüllten ihre Aufgaben souverän. Ehrat auf Teamposition vier hatte gegen Zürich noch unnötig gepatzt. Gegen Luca Margaroli machte er deutlich, dass ihm das nicht noch einmal passieren würde. Wieder ein klarer erster Satz zu seinen Gunsten wie beim Match bei GC (6:2), aber diesmal legte er nach. Mit 6:1 liess er seinem Kontrahenten keine Chance.

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Yann Marti im Einsatz für den TC Froburg

 

Cervantes, an Nummer zwei gesetzt, brachte seine Partie gegen Tomas Lipovsek Puches (ARG) ebenso kontrolliert über die Bühne. Mit variablem Spiel gab sich der Spanier keine Blösse. Die Zuschauer sahen hochkarätiges Sandplatztennis mit ausgedehnten Ballwechseln im zweiten Satz. Nach 6:1 im ersten Durchgang zeigte der Auslands-Froburger auch im zweiten Abschnitt den richtigen Drive. Bei Aufschlag Lipovsek Puches brachte ihn ein Passierball zu zwei Breakbällen. Direkt den ersten nutzte er: Cervantes verteilte die Bälle über den Platz und punktete mit der Vorhand cross zum 5:4. Bei eigenem Aufschlag sicherte er sich den Sieg (6:4).

Luca Keist auf Position sechs rotierte für Adam Moundir in die Mannschaft, legte sensationell los und brachte den ersten Satz gegen Damien Wenger mit 6:1 unter Dach und Fach. Sein Kontrahent steigerte sich und holte den zweiten ebenfalls deutlich mit 6:2. Der Match-Tie-Break erwies sich als denkbar knapp und endete für Trimbach ungünstig mit 9:11.

Uladzimir Ignatik (BLR) erwischte gegen den deutlich schlechter klassierten Marcelo Arevalo aus El Salvador nicht seinen besten Tag. Es ging gut los mit frühem Break, doch Arevalo bewies das Kämpferherz, das auch Ignatik attestiert wird. Der Spieler von Neuchâtel  biss sich durch und schaffte es in den Tie Break, den Trimbach dann doch für sich entschied. Den zweiten Durchgang gewann der Mann aus El Salvador dafür klar mit 6:3. Der Match-Tie-Break verlief sonderbar: Eigentlich war das Glück auf Seiten Froburgs. 6:3-Führung, ausserdem ein Netzroller für Ignatik  und ein Schiedsrichter, der im Streit um den richtigen Abdruck im Sand für Trimbach entschied. Als Arevalo ausrutschte, hatte der Weissrusse zudem ein offenes Spielfeld vor sich. Er schaltete jedoch nicht schnell genug, spielte seinem Gegner den Ball vor die Füsse und verlor noch den Ballwechsel. Satte sieben Punkte in Folge für den Spieler von Neuchâtel bescherten Froburg eine überflüssige Niederlage.

Vullnet Tashi auf Nummer fünf war nun gefragt. Sein Match-Tie-Break nach 4:6 und 6:0 gegen Louroi Martinez verlief zeitgleich. „Jetzt nicht noch eine knappe Niederlage“, hiess die Devise. Doch nach dickem Ausrufezeichen im zweiten Satz kam der Spieler des TC nicht rein. Tashi, der konsequent die Rückhand umlief, um mit der Vorhand Druck auszuüben, lag rasch 0:3 hinten und musste sich erst wieder rankämpfen. Schliesslich erspielten sich CT wie TC je zwei Matchbälle. Wirklich haarig wurde es, als Tashi sich dreier aufeinanderfolgender Überkopfbälle erwehren musste, praktisch schon geschlagen war und die gelben Filzkugeln doch irgendwie zurückbrachte. Jetzt war das Publikum da. Es war der letzte elektrisierende Kick, der Trimbach mit 14:12 einen weiteren wichtigen Punkt gegen Neuchâtel brachte.

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In den Doppeln lief es nicht rund. Ignatik/ Moundir lösten ihre Aufgabe souverän gegen Lipovsek/ Puches/ Uryson mit 6:3, 6:3, doch Cervantes/ Ehrat gegen Arevalo/ Margaroli hatten mit 3:6, 3:6 keine Chance.

Das 5:4 gegen Neuchâtel war zwar schon sicher, doch ein weiterer Punkt kann in der Endabrechnung um den Einzug ins Halbfinal viel ausmachen. Deshalb konzentrierten sich noch einmal alle Blicke auf das letzte Doppel. Vullnet Tashi und das Trimbacher Eigengewächs Jeremy Moser boten all ihre Kraft auf, um den letzten zu vergebenden Punkt für Froburg einzufahren. Unter lautstarker Anfeuerung gelang es ihnen bis zum Schluss, ihr Spiel offen zu halten für die Chance auf den Match-Tie-Break. Doch diesem Schlussakkord war der reguläre Tie Break des zweiten Satzes als Hürde vorgelagert. Alles war offen, denn mehr als ein Punkt Abstand ergab sich für keines der Teams. Doch dann vergrösserte sich die Punktedifferenz als es darauf ankam. Mit zwei Fehlern auf Seiten des TC musste die Niederlage hingenommen werden.

Immerhin: Trimbach rangiert nach zwei Spieltagen auf Platz drei der Tabelle und die Satzbilanz ist exakt ausgeglichen (22:22).

 

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01.08.2017

Chance vertan gegen GC Zürich – Erstes Heimspiel gegen CT Neuchâtel zur Wiedergutmachung

 

Da war mehr drin. Der TC Froburg Trimbach kassiert eine unnötige 5:4-Niederlage gegen die Grashoppers. Das Spektakel fand abseits des Platzes statt: Gluthitze und Gewitterschauer sowie Roger Federer beim Training entpuppten sich als die eigentlichen Protagonisten. Der Blick richtet sich jetzt auf das erste Heimspiel am 3. August auf der Anlage unter dem Hauenstein gegen CT Neuchâtel.

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Alles hat zwei Seiten. Das Tennisspiel: Punkte und Fehler, auf und ab. Die Form: Fitness und Müdigkeit. Das Matchergebnis: Sieg und Niederlage. Auch das Wetter: Hochsommer bei 30 Grad und gewittriger Wolkenbruch. Der sandige Tenniscourt: Staubtrocken und triefend nass. Der erste Matchtag der Nationalliga A des TC Froburg Trimbach beim noblen Grashopper Club Zürich bot in jeder dieser Disziplinen stets beide Seiten. Etwas Licht, aber auch viel Schatten. Vielleicht gibt es einen einzigen, der nur eine Seite hat, und zwar die gute: Roger Federer. Wenn er sich blicken lässt, dann erstrahlen ringsherum die Gesichter, als sollte der glühendheissen Mittagssonne ernsthaft Konkurrenz gemacht werden. Es war wohl das beste Ergebnis des Tages, auch für die angereisten Trimbacher: Rogers Trainingsroutine parallel zur Nationalliga A zu beobachten.

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Alles hat zwei Seiten. Sandro Ehrat bewies das mustergültig. Sein erster Satz gegen Raphael Lustenberger war makellos und formvollendet. Der beste Satz eines Froburgers an diesem Spieltag. Konsequent und aggressiv verteilte Bälle liessen dem Gegner keine Chance. Das 6:1 stimmte optimistisch. Warum er dann den Faden verlor, bleibt sein Geheimnis. 3:6 ging der zweite Satz dahin. Das war die überraschende Seite seines Spiels. Team Trimbach hätte gerne darauf verzichtet.

Für die Entscheidung griff ein neuer Modus: Statt den dritten Satz auszuspielen, wird jetzt direkt in den Match-Tie-Break übergegangen. Nun wird in der zufallsanfälligen Kurzform der Sieger gekürt, statt das Durchhaltevermögen der Kontrahenen zu testen. Möglicherweise will man schneller in den Feierabend. Schliesslich dauerte manches Marathonmatch in den vergangenen Jahren bis in die Abendstunden. Pech nur, dass auch das Wetter an diesem Tag seine zwei Seiten zeigte. Gewitter machte dem Kurzdauer-Plan des Schweizer Tennisverbandes gleich einen Strich durch die Rechnung.

Zunächst aber hatte Ehrat mit Matchbällen noch einmal seine Momente. Doch das offensive Spiel aus dem ersten Satz bekam er nicht mehr auf den Platz. Den Sack machte Lustenberger zu: 16:14 für den Zürcher. Es war vielleicht das eigentliche Schlüsselmatch des Tages. Denn die beiden ausländischen Spieler von Froburg, Uladzimir Ignatik (Weissrussland, 4:6, 6:2, 10:6 gegen Adrien Bossel) und Inigo Cervantes (Spanien, 7:6, 5:7, 10:4 gegen Adrien Bodmer) erfüllten ihre Aufgaben. Allerdings ebenfalls mit Höhen und Tiefen. Beide mussten in den Match-Tie-Break. Dort bewiesen sie dann ihre Klasse im richtigen Moment. Das mussten sie auch, denn immerhin war die Zürcher Nummer eins überraschend ausgefallen: Marton Fucsovics aus Ungarn erschien an diesem Tag nicht als NLA-Spieler, sondern als Sparringspartner von Roger Federer. Angeblich wegen einer Turniereinschreibung, die seine Spielberechtigung für die NLA in Frage gestellt hatte. Ein Handicap für die Grashoppers, eine positive Perspektive für Trimbach gleich vom Start weg. Was daraus wurde, war die andere Seite.

Dass übrigens Severin Luethi nicht an Federers Trainingseinheit teilnahm, hatte seine Auswirkungen: Der langjährige Intimus des Schweizer Aushängeschildes hatte Zuschauer am Wiesenhang jenseits des Tenniscourts nicht geduldet. Ohne dessen strengen Blick tummelten sich einige Schaulustige im tiefen Gras auf der Naturloge.

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Yann Marti wurde es zum Verhängnis, dass er nach fünfmonatiger Verletzungspause prompt das Preisgeldturnier von Wollerau gewinnen konnte: Der Schweizer Topspieler des TC Froburg wirkte müde von den Anstrengungen der letzten Woche. Die Niederlage gegen N2 Martin Fischer konnte er nicht verhindern (4:6, 5:7). Der Schweizer Adam Moundir, als College-Spieler ausgezeichnet in den USA, verlor gegen Jens Hauser mit 6:7, 3:6. Auf der anderen Seite zeigte Vullnet Tashi eine Willensleistung. Seine beiden knappen Sätze gegen Remy Bertola entschied er jeweils für sich mit 7:6 und 7:5.

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3:3 nach den Einzelpartien hiess: Die Doppel geben den Ausschlag. Doch alles hat zwei Seiten. Auf heisse 30 Grad und Sommersonne folgten Gewitter und Platzregen. Echter Platzregen. Denn innerhalb von Minuten waren die Spielorte so stark von triefender Nässe durchzogen, dass nur an eine Weiterführung der Matches in der Halle zu denken war. So der Trimbacher. Eine ziemlich auswärtige Sicht. Was folgte, war unglaublich: Innerhalb von Minuten verschwand die Seenplatte auf den Sandplätzen so schnell im Erdreich wie das Wasser gekommen war. Ein Insider gab zu verstehen: „Das liegt an der Präparierung des Untergrunds.“ In dieser Disziplin durften sich die Zürcher schon jetzt zum Meister küren.

Aber alles hat zwei Seiten. Ignatik/ Tashi hatten gegen Bossel/ Bertola im ersten Satz nichts zu melden (2:6), aber rissen das Ruder rum, um doch noch 6:4 und 11:9 zu siegen. Bei Cervantes/ Marti war es andersherum: Der 7:5-Vorsprung vom ersten Satz half nicht. Das Duo liess mit jeder Minute nach. Auf das 3:6 im zweiten Durchgang folgte ein zwischenzeitliches 0:8 im Match-Tie-Break, der mit 2:10 unrühmlich zu Ende gebrachte wurde. Ehrat/ Moundir verloren gemeinsam auch ihr zweites Match des Tages gegen Lustenberger/ Hauser und vollendeten eine unnötige Niederlage am ersten Spieltag der NLA. Aber alles hat zwei Seiten. Auf die Niederlage gegen Zürich folgt die nächste Chance gegen Neuchâtel.

 

Die Heimspiele des TC Froburg in der Nationalliga A live auf der Anlage schauen:

Donnerstag, 3. August, ab 12 Uhr: Froburg Trimbach – Neuchatel

Sonntag, 6. August, ab 12 Uhr: Froburg Trimbach – Geneve E.V.

Dienstag, 8. August, ab 12 Uhr: Froburg Trimbach – Schützenmatt SO

 

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31.07.2017

„Wir haben keine Lust zu verlieren, wir wollen gewinnen“

 

Yann Marti ist mittlerweile Froburger mit Haut und Haar. Trotz langwieriger Verletzung hat die Nummer vier des Schweizer Tennis rasch zurück zu vielversprechender Form gefunden. Am Wochenende gewann er das Preisgeldturnier in Wollerau. Im Interview lässt er keinen Zweifel zu den Ambitionen von Froburg Trimbach in der anstehenden Nationalliga A: „Wir spielen, um zu gewinnen.“

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YannMarti, Sie kommen zurück von einer unangenehmen Verletzung. Fühlen Sie sich überhaupt bereit für die Spiele in der Nationalliga A mit dem TC Froburg?

Ich bin guter Dinge. Ich habe tatsächlich fünf Monate lang nicht spielen können wegen meiner Armverletzung. Die Swiss Open in Gstaad waren ein erster Gradmesser. Es ging darum, wieder rein zu kommen in den Turnierbetrieb. Auf Gstaad freue ich mich sowieso immer. Ich mag den schnellen Belag und ganzen Bedingungen des Turniers, die Berge, die Atmosphäre.

Am vergangenen Wochenende habe ich als nächsten Schritt das Turnier in Wollerau gewinnen können. Ich bin wieder da. Die Verletzung spüre ich nicht mehr. Ich hoffe sehr, verletzungsfrei zu bleiben. Das ist das Wichtigste.

Woran orientieren Sie sich bei Ihrem Comeback. Gibt es Momente, die Sie sich in Erinnerung rufen?

Ja, wenn ich drei Jahre zurückblicke, 2014, da war ich in Top-Form. Es war mein bestes Jahr. Damals habe ich es geschafft, unter die besten 200 der Welt vorzustossen. Ich war in Stuttgart, Wimbledon und Gstaad erfolgreich dabei. Zu der Zeit habe ich viel Selbstvertrauen gewonnen. Daran orientiere ich mich.

Welche Herausforderungen müssen Sie auf der Tour meistern, um wieder auf dieses Niveau zu gelangen?

Die Probleme mit meinem Arm müssen dauerhaft gelöst sein, damit ich frei spielen kann. Das Thema hat mich sehr beschäftigt in letzter Zeit. Mein Ziel ist, 2018 wieder in Topform zu sein. Konkret will ich unter die Top 100 der Welt kommen. Dazu muss ich aber das ganze Jahr hindurch konstant auf sehr hohem Level spielen. Ich möchte auch mental bereit sein und immer besser werden. Ich würde gerne ein Challenger Turnier gewinnen.

Freuen Sie sich auf die Nationalliga A (NLA)?

Ja, sehr. Ich freue mich nicht nur auf den Wettbewerb in der höchsten Schweizer Tennisliga, sondern auch auf das Team. Wir sind in den letzten Jahren zusammengewachsen. Die Verantwortlichen und Fans in Trimbach sind klasse, ebenso wie die Mitglieder des Teams. Vor allem unser Coach Bartolomé und der Club-Präsident stehen mir sehr nah. Alle sind überaus motiviert. Genf und Zürich mögen die grösseren Vereine sein, aber in Trimbach ist der Spirit grösser. Das gefällt mir.

Woran erinnern Sie sich, wenn Sie an den Schweizermeistertitel 2015 denken, den grössten Erfolg für Trimbach?

Der Titelgewinn war unglaublich. Ich habe das erste Mal mit dem Team gespielt und wir wurden gleich Schweizer Meister. Einfach fantastisch und ein unglaubliches Gefühl. Froburg Trimbach kannte ja niemand. Das macht es so besonders. Dazu kommt, das darf man nicht vergessen: Zwei Mal lagen wir mit 2:4 in Rückstand und beide Male haben wir das Ruder in den Doppels noch herumgerissen und gesiegt. Also in den Spielen, in denen wir als Team zusammenstehen mussten. Diese Mentalitätsleistung bleibt mir in Erinnerung.

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Was denken Sie, was war der Grund, warum Sie mit Trimbach Schweizer Meister geworden sind?

Die Mannschaft, unser Spirit! Es funktionierte hervorragend. Wir waren alle gute Freunde. Bartolomé als Coach hat mich noch dazu immer persönlich motiviert. Wir alle haben immer an den Sieg geglaubt. Selbst als wir hinten lagen. Wir wollten unbedingt gewinnen.

Die NLA wird auf Sandplatz ausgetragen. Wie ist Ihr Verhältnis zu diesem langsamen Belag?

Es ist nicht mein Lieblingsbelag. Ich mag es, auf Hartplatz zu spielen. Schnelle Beläge liegen mir mehr. Auf Sand ist es ein bisschen schwieriger, Winner zu schlagen. Hartcourt im Freien ist optimal. Aber wir haben 2015 beim NLA-Gewinn gesehen, dass ich auch auf Sand Siege einfahren kann.

Das erste Spiel wird speziell, auswärts bei Grasshoppers in Zürich. Ist das eine besondere Motivation?

Es ist immer etwas Besonderes, gegen GC anzutreten. Ein grosser Club. Und doch ist der TC Froburg immer in der Lage, Zürich herauszufordern. Und meine Rivalität mit Adrien Bossel ist bekannt. Ich möchte wieder gegen ihn gewinnen. Wir haben keine Lust zu verlieren, wir wollen gewinnen.

Wie haben Sie sich nach Ihrer Verletzung auf die anstehenden Wettbewerbe vorbereitet?

Ich habe in Sion mit meinem Vater und meiner Schwester auf dem Trainingsplatz gestanden und viel geübt. Am liebsten mag ich Training mit hoher Intensität. Es muss ein hartes, intensives Training sein. Für mein Spiel brauche ich eine sehr hohe Intensität. Also müssen auch die Spielformen in meinem Training darauf ausgerichtet sein und in dieser Art habe ich mich vorbereitet. Es geht nur mit Training, um wieder in den Rhythmus zu kommen. Ich schlage zum Beispiel Serien von zwanzig Bällen, longline, cross, möglichst ohne Fehler. Es geht darum, immer wieder gleiche Abläufe einzustudieren, um Regelmässigkeit und Konstanz in Bewegungen und Schläge zu bekommen.

Der TC Froburg ist bekannt dafür, seine Junioren an die hohen Spielklassen heranzuführen. Was können Sie ihnen für Tipps geben?

Die jungen Spieler müssen versuchen, gut zu trainieren. Selbst zur Qualität des Trainings beitragen und sich selbst motivieren. Nicht die Übungen abarbeiten, sondern das Beste herausholen für sich selbst. So gut üben, dass man die Sache kann. Immer wieder üben und wiederholen. Sich Vertrauen holen in deine eigenen Schläge. Dabei Spass haben am Tennis, das Spiel lieben. Aber es ist klar: Wenn man jung anfängt, dann ist es ein langer, langer Weg. Und es ist hart. Da muss man sich durchbeissen. Wenn es irgendwie geht, sollte man schauen, dass man jeden Tag trainieren kann. Jeden Tag Tennis spielen und das vereinbaren mit der Schule.

 

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„Auf, ins NLA – Abenteuer 2017“

 

Am 1. August startet der Tennisclub Froburg Trimbach mit dem Auswärtsspiel bei Grasshoppers Zürich in die diesjährige NLA-Saison. Die Heimspiele finden statt am 3. / 6. / 8. August, Spielbeginn jeweils 12.00 Uhr im Tennis-Center Trimbach. Mittendrin der Dulliker Luca Giacomelli. Mittlerweile eine Stammkraft in der NLA.

Fabio Baranzini

Obwohl erst 20 Jahre und gerade die Matura abgeschlossen – Luca Giacomelli ist bereits zum vierten Mal mit dabei. Das Trimbacher Eigengewächs zeigte vor Jahresfrist eine starke Leistung: drei Siege aus vier Spielen.

„Das gab mir viel Selbstvertrauen. Und ich konnte die Motivation mitnehmen für den Rest der Saison. Ich habe aber auch gesehen, dass es ohne viel und hart zu arbeiten, nicht geht“, sagt er rückblickend. „Nicht in der NLA. Aber auch sonst nicht.“

Zwischen 16 und 22 Stunden trainiert er jede Woche. Nahezu täglich steht er auf dem Tennisplatz und absolviert zusätzliche Konditionseinheiten. Im Mittelpunkt: Der TC Froburg Trimbach, wo er sich seit acht Jahren unter der Leitung von Coach Bartolomé Szklarecki Schritt für Schritt nach vorne arbeitet. Neben den vielen Übungsstunden darf aber auch die Schule nicht zu kurz kommen: Balance finden – einfach gesagt. Schwierig praktiziert.

„Es braucht sehr viel Disziplin und ein gutes Zeitmanagement, denn die Belastung ist enorm“, verrät Giacomelli. Nicht selten musste er abends nach dem Training noch lernen, statt wie Andere die Beine hochlagern. Der Lohn: Nach fünf Jahren Sportkanti in Solothurn hat er endlich die Matura im Sack. Und jetzt folgt die Kür.

Wie es sich anfühlt, als Profispieler unterwegs zu sein, darf Luca Giacomelli jeweils im August während der NLA-Meisterschaft erleben. Ein Traum. Zusammen mit den Teamkollegen konzentriert er sich 100 Prozent aufs Tennis. „Für zwei Wochen leben wir wie Tennisprofis. Wir trainieren zusammen, reisen gemeinsam an die Matches und verbringen auch sonst viel Zeit gemeinsam. Teil dieses Teams zu sein, ist speziell und aufregend“, so Giacomelli, der betont, dass er in diesen beiden Wochen jeweils sehr viel lernen kann. „Die meisten Spieler im Team sind besser als ich. Ich kann also viel profitieren und mir einiges Abschauen, damit ich mein Niveau noch weiter steigern kann. Die NLA ist ein unglaubliches Abenteuer.“

Der Eintritt ist gratis, wenn Luca Giacomelli und sein Team zu den Heimspielen am 3. / 6. und 8. August in Trimbach antritt. Gegen die besten des Landes. Für Verpflegung ist gesorgt. Wer sich einen besonderen Sitzplatz gönnen will, kann diesen reservieren im VIP-Bereich, bekocht vom Traube-Chef Arno Sgier. Reservation: [email protected]

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